Im Notfall: 112

Motorsägendienst und -übung

Am vergangenen Wochenende stand bei der Feuerwehr Tiste ein intensiver Ausbildungsdienst rund um das Thema „Motorsäge“ auf dem Programm. Ziel war es, sowohl die theoretischen Grundlagen zu festigen als auch die praktische Anwendung unter realistischen Bedingungen zu trainieren.

Den Auftakt bildete am Freitag ein theoretischer Unterricht im Gerätehaus. Zunächst verschafften wir uns einen Überblick über die auf unserem Fahrzeug verlasteten Einsatzmittel im Bereich der technischen Hilfeleistung bei Unwetterschäden und Sturmlagen. In diesem Zusammenhang wurde detailliert besprochen, welche Geräte uns für Holzarbeiten zur Verfügung stehen und wie diese fachgerecht eingesetzt werden.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der persönlichen Schutzausrüstung (PSA). Für Arbeiten mit der Kettensäge ist diese zwingend vorgeschrieben. Dazu gehören Schnittschutzhose mit integrierten Fasereinlagen, Schnittschutzjacke, Sicherheitsschuhe mit Schnittschutz und Stahlkappe, Forsthelm mit Gesichts- und Gehörschutz sowie geeignete Schutzhandschuhe. Wir haben nochmals deutlich herausgestellt, dass das Tragen der vollständigen PSA keine Option, sondern eine Grundvoraussetzung für sicheres Arbeiten ist.

Im Anschluss wurden die bei uns eingesetzten Geräte näher betrachtet. Auf unserem Fahrzeug führen wir eine Kettensäge für klassische Holzarbeiten wie das Fällen und Zerkleinern von Bäumen sowie eine Elektrosäbelsäge mit Akku für kleinere Schneidarbeiten, beispielsweise beim Beseitigen von Ästen oder bei technischen Hilfeleistungen. Dabei wurden die technischen Eigenschaften, Einsatzgrenzen sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile der beiden Geräte erläutert. Ebenso gingen wir auf die regelmäßige Kontrolle, Wartung und Pflege ein – insbesondere auf die Überprüfung der Kettenspannung, der Kettenbremse sowie des Ladezustands der Akkus.

Ergänzend dazu besprachen wir das mitgeführte Zubehör. Hierzu zählen unter anderem Ersatzketten, Kombischlüssel, Feilen zur Kettenpflege, Fällkeile, Spalthammer sowie weiteres Handwerkzeug. Auch ausreichend Betriebsstoffe für die Kettensäge und geladene Ersatzakkus für die Elektrosäbelsäge sind Bestandteil unserer Ausrüstung.

Ein zentraler Bestandteil des Unterrichts war die sichere Vorgehensweise vor, während und nach der Arbeit mit der Kettensäge. Vor Beginn sind eine sorgfältige Sichtprüfung des Geräts, die Kontrolle der Sicherheitseinrichtungen sowie eine Gefährdungsbeurteilung der Einsatzstelle erforderlich. Während der Arbeit gilt es, auf sicheren Stand, ausreichenden Rückzugsraum und klare Kommunikation im Team zu achten. Nach Abschluss der Arbeiten müssen die Geräte gereinigt, gewartet und wieder einsatzbereit verlastet werden. Auch die sachgerechte Lagerung und das Nachladen der Akkus sind hierbei zu berücksichtigen.

Am Samstag folgte der praktische Teil. Unter fachkundiger Anleitung von Sebastian Kaiser begaben wir uns mit insgesamt fünf Kameraden in ein nahegelegenes Waldstück. Dort wurde jeder Teilnehmer einzeln angeleitet und konnte mehrere Bäume selbstständig fällen. Zunächst wurden die grundlegenden Fälltechniken wiederholt, bevor wir uns auch anspruchsvolleren Situationen widmeten.

Besonders lehrreich war der Umgang mit schwierigen oder verkeilten Bäumen. Solche Lagen bergen ein erhöhtes Risiko und erfordern ein strukturiertes und besonnenes Vorgehen. Gemeinsam wurden unterschiedliche Methoden besprochen und angewendet, um auch diese Bäume kontrolliert und sicher zu Fall zu bringen. Dabei zeigte sich deutlich, wie wichtig fundiertes Fachwissen, saubere Schnitttechnik und Teamarbeit sind.

Insgesamt war es ein äußerst gelungener Dienst, bei dem alle Teilnehmer wertvolle praktische Erfahrungen sammeln konnten. Die Kombination aus Theorie und Praxis hat erneut verdeutlicht, wie verantwortungsvoll der Umgang mit der Kettensäge im Feuerwehrdienst ist.

Aufgrund der positiven Resonanz werden wir diese Ausbildung im kommenden Herbst erneut durchführen, um unsere Kenntnisse weiter zu vertiefen und unsere Einsatzbereitschaft weiter zu stärken.