Im Notfall: 112

Sonntagsdienst – Herz-Kreislauf-Stillstand

Der Sonntagsdienst der Dienstgruppe von Udo Kaiser stand diesmal ganz im Zeichen eines besonders wichtigen Themas: der richtigen Reaktion bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Ziel der Ausbildung war es, das Wissen rund um die Reanimation aufzufrischen und den sicheren Umgang mit einem Automatisierten Externen Defibrillator (AED) zu trainieren.

Die Ausbildung wurde von Thomas Meyer durchgeführt. In einem praxisnahen Teil erklärte er zunächst die grundlegende Funktionsweise eines AED. Dabei ging es unter anderem darum, wie das Gerät arbeitet, wann es eingesetzt werden sollte und welche Schritte bei der Anwendung zu beachten sind. Ein AED ist dafür ausgelegt, auch von Ersthelfern sicher bedient werden zu können. Das Gerät analysiert selbstständig den Herzrhythmus der betroffenen Person und gibt klare Sprachanweisungen, sodass Anwender Schritt für Schritt durch die Maßnahmen geführt werden.

Besonders wichtig ist in solchen Situationen das schnelle und entschlossene Handeln. Jede Minute zählt, wenn das Herz eines Menschen aufhört zu schlagen. Daher wurde auch der grundsätzliche Ablauf einer Reanimation ausführlich besprochen. Die Teilnehmer gingen gemeinsam durch, wie man einen Herz-Kreislauf-Stillstand erkennt, welche Maßnahmen sofort eingeleitet werden müssen und wie Ersthelfer die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken können.

Ein zentraler Bestandteil der Reanimation ist die Herzdruckmassage. Sie sorgt dafür, dass weiterhin Blut durch den Körper gepumpt wird und lebenswichtige Organe, insbesondere das Gehirn, mit Sauerstoff versorgt werden. Ergänzend dazu kann der Einsatz eines AED entscheidend sein, um einen lebensbedrohlichen Herzrhythmus zu unterbrechen und dem Herzen die Chance zu geben, wieder in einen normalen Rhythmus zurückzukehren.

Um den Ablauf und die Bedeutung der Zusammenarbeit anschaulich darzustellen, wurde anschließend eine besondere Demonstration durchgeführt. Mithilfe einer Kübelspritze wurde der Blutkreislauf symbolisch dargestellt. Das Wasser stand dabei für das Blut im menschlichen Körper. Die Teilnehmer konnten dabei deutlich erkennen, wie wichtig ein gleichmäßiges und kontinuierliches „Pumpen“ ist, damit die Flüssigkeit im System in Bewegung bleibt.

Die Übung machte schnell deutlich, dass eine Kübelspritze nur dann effektiv arbeitet, wenn mehrere Personen gemeinsam an der Pumpe arbeiten. Übertragen auf die Reanimation bedeutet das: Erfolgreiche Hilfe im Notfall ist immer Teamarbeit. Während eine Person die Herzdruckmassage durchführt, kann eine andere den AED vorbereiten, weitere Helfer kümmern sich um den Notruf oder unterstützen bei der Organisation vor Ort.

Durch diese anschauliche Darstellung wurde allen Beteiligten noch einmal bewusst, wie entscheidend das Zusammenspiel der einzelnen Maßnahmen ist. Eine funktionierende Reanimation besteht aus mehreren Bausteinen, die ineinandergreifen müssen. Nur wenn alle Beteiligten ruhig, strukturiert und gemeinsam handeln, kann im Ernstfall die bestmögliche Hilfe geleistet werden.

Der Sonntagsdienst bot damit eine wertvolle Gelegenheit, vorhandenes Wissen zu vertiefen und praktische Abläufe zu trainieren. Solche Ausbildungen sind ein wichtiger Bestandteil der regelmäßigen Feuerwehrarbeit und tragen dazu bei, dass im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Denn gerade bei medizinischen Notfällen kann eine gut koordinierte und schnelle Hilfe über Leben und Tod entscheiden.

Übrigens: Es sind bereits einige Tister Feuerwehrleute als Mobile Retter geschult und eingesetzt!